
Die Orgel von Ludwig Hünd ist ein Instrument mit zwanzig klingenden Registern auf zwei Manualen und Pedal. Die sichtbaren Pfeifen, Prospektpfeifen genannt, sowie alle weiteren Register sind dem originalen Pfeifenwerk zuzuordnen. Viele Orgeln aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden später grundlegend verändert, gingen im Krieg verloren oder wurden wegen neuer klanglichere Vorstellungen ersetzt. Glücklicherweise ist die Orgel in ihrer historischen Substanz weitestgehend erhalten. Es ist damit eines der wenigen erhaltenen Instrumente von Ludwig Hünd. Die Pfeifen des Violon 16’ wurden um 1900 von Orgelbau Gerhardt aus Boppard hinzugefügt.
Ein kleines Wunder:
Im Ersten Weltkrieg wurden zur Herstellung von Munition sämtliche aus Zinn hergestellten Prospektpfeifen beschlagnahmt und eingeschmolzen. Im gesamten Rheinland gibt es wohl weniger als 20 Orgeln mit ihren originalen Prospektpfeifen aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Die Orgel in Landkern gehört zu diesen Instrumenten.
Die eingeschmolzenen Pfeifen wurden meist durch Zinkpfeifen ersetzt und für ein schöneres Erscheinungsbild mit Metallfarbe angestrichen. Bis 2024 wurde davon ausgegangen, dass es sich, auch in Landkern, um später hergestellte Pfeifen aus Zink handelt, da auch diese angestrichen sind. Johan Zoutendijk von Orgelbouw Verschueren erkannte, dass es ich um die originalen Zinnpfeifen handeln muss, auch weil die Registerbeschriftungen Ludwig Hünd klar zuzuordnen sind.
Disposition:
| Hauptwerk C – f3 Bordun Principal Gamba Gedackt Octav Gedackt Quinte Octav Cornett 4 fach Mixtur 2 – 3 fach Trompete Bass Trompete Disc. Koppeln: HW/Ped. Positiv/Hw. | 16’ 8’ 8’ 8’ 4’ 4’ 2 2/3’ 2’ 4’ 2’ 8’ 8’ | Positiv C – f3 Salicional Fernflöte Flöte Disc. Gedackt Bass Gedackt Disc. Octav Pedal C – c’ Subbass Violon Principalbass Posaune | 8’ 8’ 8’ 8’ 8’ 4’ 16’ 16’ 8’ 16’ |
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