
Stiefel, Nuss und Pergament…
Beginnt man damit eine Orgel genauer unter die Lupe zu nehmen, entdeckt man auf einmal Dinge mit denen man nicht unbedingt gerechnet hätte. Diese kleinen Pergamentfragmente sind eine solche Entdeckung. Auf den sogenannten Nüssen der Posaune 16’ entdecke man Fragmente einer Handschrift die wohl aus dem 14. Jahrhundert stammt.

Dieses Pergament wurde entweder von Ludwig Hünd, oder wahrscheinlich später von einem Orgelbauer als Dichtungsmaterial zwischen „Stiefel“ und der darin sitzenden „Nuss“ verwendet. Auf den Pergamentstreifen erkennt man vier zusammengehörende Notenlinien. Die gelbe obere sowie die rote mittlere Linien geben an, wo sich die Halbtonschritte befinden. Heute verwenden wir dafür unsere bekannten Violin- oder Bassschlüssel. Die Noten sehen auch noch etwas anders aus als unsere Noten die wir heute verwenden. Diese alte Notenschrift nennt man Hufnagelnotation, da ihre Form an Hufnägel erinnert.

Aber wie kommt diese Handschrift in die Orgel in Landkern? Dieser Frage soll in nächster Zeit noch etwas nachgegangen werden, ebenso soll geklärt werden welchen Gesängen die Noten und Texte zuzuordnen sind. Die Säkularisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte dazu geführt, dass viele Klosterbibliotheken aufgelöst wurden, somit ist zu vermuten das diese Fragmente zu einem Buch gehörten welches aus einer aufgelösten Bibliothek stammt.

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